Diario spoletano — Diovedì – Donnerstag: Presentiamoci!

Sommer, Sonne, gefühlte 30 °C, staubtrockene Luft und jede Menge kleiner typografische Geschichten. Für die nächsten zwei Wochen ist dies alles was den Tag füllt – mal abgesehen von einer Flasche Wein am Abend.



Im Zuge der dritten Summer School von Prof. Gertrud Nolte (FHWS) wird es darum gehen der Stadt Spoleto ein typografisches Gesicht zu geben. Spoleto selbst – gute 150 Km nördlich von Rom in der regione Umbrien liegend – ist eine Stadt voller enger Gassen und historischen Eigenheiten. Hier werden, hoch oben auf der Rocca, der päpstlichen Burganlage, innerhalb von zwei Wochen Schriften entworfen, gezeichnet und vektorisiert …

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Nach rund neun Tagen ruhiger und feinteiliger Arbeit kommt nun doch ein Hauch von Hektik in die Rocca: Kurven müssen reingezeichnet, Zeichensätze gefüllt, Konzepte präzisiert und eine finale Präsentation für die Bürger Spoletos vorbereitet werden.
Der Fokus der Pressekonferenz liegt auf einer einfachen, mitunter sehr direkten, aber verständlichen Darstellung – der Transfer von Architektur und Stadtflair in Schriftgestaltung soll auch für typografische Laien sichtbar werden.
Großflächige Plakate gefüllt mit Inspirationsquellen, Schriftideen, Zeichendetails und kleinen Fließtexten zeigen den aktuellen Stand der entwickelten Schriften. Parallel lässt ein Berg Skizzen in den Umfang an Gestaltungsansätzen, Variationen und Feinkorrekturen blicken. In einer zusätzlichen Beamerpräsentation erläutert unser kunsthistorischer Kontaktmann Dr. Matthias Quast auf italienisch jede der fünf Schriften/Letterings in Detail.
Den Besuchern – darunter ein Assessor der Urbanistik, drei Journalisten, zwei Fotografen und Freunde des amphitheatrums und der Kultur Spoletos – läuft ab und an ein Schmunzeln über die Lippen, gerade dann, wenn sie ihre eigene Stadt und eine offensichtlich passendes Zeichen bemerken. Beeindruckt sind sie zudem durch den Gesamteindruck aller Projekte und der Tatsache, dass es tatsächlich Menschen gibt, die sich so intensiv für Buchstaben begeistern.

Nachmittags sitzen wir wieder der Rocca und feilen weiter an den Schriften – allerdings recht gemütlich, um die Anspannung der letzten Nacht aufzufangen.
Fotos: Christian Fuß, Jakob Runge Text:Jakob Runge, Fakultät Gestaltung

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