Diario spoletano — Mercoledì – Mittwoch

Sommer, Sonne, gefühlte 30 °C, staubtrockene Luft und jede Menge kleiner typografische Geschichten. Für die nächsten zwei Wochen ist dies alles was den Tag füllt – mal abgesehen von einer Flasche Wein am Abend.



Im Zuge der dritten Summer School von Prof. Gertrud Nolte (FHWS) wird es darum gehen der Stadt Spoleto ein typografisches Gesicht zu geben. Spoleto selbst – gute 150 Km nördlich von Rom in der regione Umbrien liegend – ist eine Stadt voller enger Gassen und historischen Eigenheiten. Hier werden, hoch oben auf der Rocca, der päpstlichen Burganlage, innerhalb von zwei Wochen Schriften entworfen, gezeichnet und vektorisiert …

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Spoleto. Enge Gassen und schmale Wege, versteckte Winkel, Geschäfte, die man erst sieht, wenn man eigentlich schon daran vorbei gelaufen ist und Gebäudefluchten, die sich hinter dem nächsten Hügel verlieren. Unsere Schrift, eine serifenlose Versalschrift, orientiert sich an genau diesen schluchtartigen, langen Sträßchen. Kleine und höhere Häuser reihen sich aneinander und lassen die Straßen noch höher und enger wirken als sie sind. Spationierte Zeilen. Sozusagen.
Interessant war für uns auch die markante zeitliche Dreiteilung in Spoletos Geschichte. Römische Spuren vermischen sich mit denen der Langobarden und den heute dominanten Bauten aus dem langen Mittelalter. Diese Schichtung, die auch besonders an der Stadtmauer zu erkennen ist, wollten wir als signifikantes Merkmal in unsere Schrift aufnehmen. So wird es hoffentlich ganz bald einen extended, regular und condensed Schnitt geben, die auch gemischt einsetzbar sein sollen. Fast so wie die beschriebenen Häuserfronten, in denen sich schmale und breite, hohe und niedrige Gebäude abwechseln und dennoch ein harmonisches Gesamtbild zeigen. Eine Headlineschrift für Spoleto also.
Und jetzt arbeiten wir weiter an den Querstrichen und Dächern, den Punzen und Schornsteinen, Fenstern und Oberlängen. Und in der Mittagspause genießen wir den Blick von der Rocca – auf Buchstaben im Tal.

Ciao

Fotos: Christian Fuß, Jakob Runge Text: Annika Fröhlich, Christian Fuß, Philipp Koch, Prof. Gertrud Nolte Hochschule Würzburg, Fakultät Gestaltung

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