Darstellung digitaler Schriften (Teil 5 von 5): Mein Fazit

Lies den vierten Teil der Serie hier.

In Platons Gleichnis gibt es am Ende einige Menschen, die es schaffen über die Mauer zu schauen und die „wahren“ Dinge zu sehen. Anfangs blendet sie das Licht und sie können kaum etwas erkennen. Sie gewöhnen sich aber daran und sehen klarer. Diese Menschen weigern sich nach dieser Erfahrung wieder auf die Höhlenwand starren zu müssen.

Für die Darstellung von Fonts existieren Möglichkeiten der „wahren“ Form der Zeichen sehr nahe zu kommen. Zwar wird man nur schwer das exakte Design mit all seinen Details wiedergeben können, doch mit viel Aufwand und Zeit lassen sich sehr gute Ergebnisse auch in sehr kleinen Schriftgraden erzielen. Die Hinting-Technologie bietet Werkzeuge, mit denen sich die Darstellung von digitalen Schriften an niedrig auflösenden Geräten stark beeinflussen lässt. Hersteller von Bildschirmen und die großen Softwarehäuser entwickeln unentwegt neue Technologien, die das Hinting überflüssig machen sollen. Es ist aber zu beobachten, dass diese Technologien oft sehr lange brauchen, bis sie flächendeckend Verbreitung finden. Dass Hinting bald nicht mehr notwendig sei, wurde schon oft prophezeit – und hat sich genau so oft als Irrglaube erwiesen. Es ist daher vielleicht nicht die schlechteste Idee, sich auf das zu konzentrieren, was gerade im Moment das Wichtigste ist: die Darstellung von Fonts auf Bildschirmen mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln für die Menschen zu optimieren, die sie benutzen möchten, auch wenn in ein paar Jahren alles besser wird.

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