TYPO-TALK: Gespräche über Schrift mit Linda Hintz

Am heutigen Abend fand der zweite TYPO-TALK im Mainzer Gutenberg-Museum statt und wir von Linotype waren zahlreich mit dabei – sowohl im Publikum als auch auf der Bühne. Die TYPO-TALKS sind eine Vortragsreihe zur Sonderausstellung “ON-TYPE: Texte zur Typografie”, die noch bis 6. Mai im Museum zu sehen sein wird. Organisator Marcel Häusler führte durch den Abend und erklärte zur Einleitung: “Es gibt viele tolle Schriften. Wir lizenzieren sie, wir verwenden sie, wir lieben sie; aber wer steckt eigentlich dahinter?”

Genau das möchte der TYPO-TALK transparent machen. An den Vortragsabenden stellen jeweils drei Schriftgestalter sich und ihre Arbeit vor: den Prozess des Type-Designs von der Idee über die Entwicklung bis hin zur Anwendung. Am Beispiel einer ihrer Schriften zeigen die Gestalter ihre persönliche Idee und Absicht, sprechen über Inspiration und Motivation und geben einen exklusiven »Werkstatteinblick«.

v.l.n.r.: Emmanuel Rey, Marcel Häusler, Linda Hintz, Nik Thoenen

Linda Hintz, Kommunikations- und Schriftgestalterin, unterstützt seit November 2011 unsere Abteilung für Schriftproduktion. Ihr Diplom ergänzte sie um einen Master in Type Design in Den Haag, angeregt durch einen Kurs bei Schriftdesigner Luc de Groot. Auf der Bühne präsentierte sie unter dem Titel ‘Linda und die Erns’ ihre in Den Haag gestaltete Schriftfamilie: Ernie, Ernest und Ernesto.

Ein Font für alle Fälle, könnte man sagen, denn “Ernie ist speziell auf kleine Punktgrößen ausgelegt, Ernest erledigt seinen Job am besten in 12pt und Ernesto ist für die großen Aufgaben, bei denen man gut aussehen muss”, erklärt Linda im restlos ausverkauften Hörsaal.

Anschließend berichteten Emmanuel Rey (b+p swiss typefaces, Lausanne) und Nik Thoenen (Binnenland, Bern) von ihren Projekten Euclid BP, einer radikal geometrischen, zeitgenössischen Schrift bzw. Korpus und Korpus Grotesk als so genannten Multiple-Master-Font.

Die Abschlussdiskussion thematisierte die Inspiration aus historischen Quellen, aktuelle technische Möglichkeiten der Font-Produktion, die Grenzen der eigenen Rezeptionsfähigkeit und die Herkunft typografischer Standards.

Ausstellung wie auch Veranstaltung sind Projekte des Gutenberg-Museum Mainz in Kooperation mit Kommunikationsdesignern der Fachhochschule Mainz und des Instituts Designlabor-Gutenberg.

P.S.: Sponsor waren wir auch!

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