Die Typografiewelt nimmt Abschied – ein Nachruf auf Mike Parker

Mike Parker, der jahrelang als Direktor für Schriftentwicklung bei der Mergenthaler Linotype (USA) tätig war, ist im Februar diesen Jahres verstorben.

Der 1929 geborene Engländer begann seine typografische Laufbahn im Alter von 30 Jahren. Unter Jackson Burke arbeitete er als Assistent bei Linotype, indem er analog Buchstaben verschiedener Schriften sortierte. Im Laufe der Jahre arbeitete er sich schließlich hoch bis zum Posten des Direktors für Schriftentwicklung. Dank ihm fanden Schriften wie die Helvetica und Snell Roundhand ihren Weg zu Linotype – er unterstützte das Unternehmen somit, sich international als einer der führenden Schriftenanbieter zu etablieren.

Mit 52 Jahren gründete Parker 1981 gemeinsam mit Matthew Carter die Firma Bitstream, das weltweit erste Unternehmen, das sich ausschließlich auf den digitalen Vertrieb von Schriften spezialisierte.

Mit seinem Gespür für Schriften galt Parker bis zum Schluss als ein Pionier auf dem Gebiet der Schriften. Noch bis ins hohe Alter von 85 Jahren war er als Schriftdesigner, Berater und Schrifthistoriker tätig.

Parker hinterlässt ein großes Erbe, an das sich die internationale Gemeinschaft der Typografie-Freunde noch lange erinnern wird.

verwandte tags ,

Klingspor Museum feiert 60. Jubiläum

Passend zum 60. Jubiläum des Klingspor Museums feiert das Offenbacher Institut seinen Geburtstag mit einem Symposium. „Ins Besondere“ beschäftigt sich rückblickend und aktuell mit der Schrift- und Buchkunst – mit Lesungen, Vorträgen und Gesprächen. Unter anderem werden dort Prof. Jovica Veljović und Prof. Gottfried Pott über ihre Arbeit referieren.
Gegründet wurde das Museum 1953. Größtenteils war dies allerdings nur dank der Schenkungen der Familien Klingspor und Spemann möglich, welche mit der Schriftgießerei Gebr. Klingspor, Offenbach damals zu einem der kreativsten Buch- und Schriftkunst-Orte in Deutschland aufsteigen ließen. Heute kann man die zahlreichen Schenkungen an Buchkünsten und kalligrafischen Arbeiten der Gießerei im Klingspor Museum wiederfinden. Insgesamt zählt das Museum rund 70.000 gesammelte Werke der Schrift- und Buchkunst.
Und genau damit, mit der Gegenwart und Geschichte dieser Kunst, beschäftigen sich am 7. und 8. November 2013 im barocken Büsing-Palais 17 Referenten aus der Welt der Kunst und Typografie.
Weitere Informationen zum Museum und dem Symposium „Ins Besondere“ finden Sie auf der Homepage des Klingspor Museums.
Außerdem gibt es auf dieser Homepage Hintergrundinformationen zu über 5.300 Schriftgestaltern in der Rubrik „Künstler“.

verwandte tags

Vital, dynamisch und stark:
die Kalligraphieschrift Excritura

Der spanische Schriftdesigner Alex Camacho hat mit der Excritura seine dritte Schrift veröffentlicht. Die von einer Handschrift abgeleitete Italic wirkt individuell und hebt sich von herkömmlichen Schreibschriften durch ihre besondere Formgebung ab.
Entstanden ist die kalligrafische Schrift in Anlehnung an die Werke des Architekten Antoni Gaudí. Dessen Vorliebe für geschwungene, organische Formen sowie naturbezogene Motive haben den Schriftdesigner Alex Camaro bei seinem Schriftentwurf stark inspiriert.
So besitzt die Excritura nicht nur einen großen Kontrast in der Strichstärke, sondern zeigt auch ornamentale Formen auf, sowie individuelle Linienabschlüsse und eine große x-Höhe für eine bessere Lesbarkeit. Damit wirkt die Exritura angenehm dynamisch und vital. Die schönen Details der Schrift wirken zwar am besten in großen Schriftgraden, dennoch ist die Excritura auch in Größen ab 10 Punkt gut lesbar und kann somit durchaus für kürzere Texte verwendet werden.

Auf Linotype.com können Sie weiteres über die Excritura erfahren und auch ein interessantes Interview mit Alex Camacho lesen.

verwandte tags ,

Schriftguss macht weiter in Darmstadt

Die letzten Monate waren sehr kritisch in Bezug auf einen Fortbestand der Schriftgussabteilung im Darmstädter Museum “Haus der Industriekultur”. Der Inhaber der Produktions- und Vertriebsfirma “Schriftenservice  Stempel” hat die Firma Ende 2011 aufgelöst.

Rainer Gerstenberg, der schon 25 Jahre die Maschinen in Darmstadt betreibt, hat alle Maschinen übernommen und kann jetzt unter dem Firmennamen “Druckerei Gerstenberg” wieder die Blei-, Präge- und Kurztypen gießen und vertreiben.

Das Angebot an Bleisatzschriften ist sehr groß, da er neben den Schriften der D. Stempel AG auch noch die von den Firmen Nebiolo, Deberny & Peignot, Olive, Klingspor und Haas stammenden Schriften gießen kann bzw. am Lager hat.

Kontaktadresse:

Druckerei Gerstenberg

1. Wartegässchen 41
60598 Frankfurt/Main

Fon 069 / 68 16 10
Fax 069 / 65 00 70 08
Mobil 01 60/7 00 64 49
gerstenbergdruck@aol.com

Weitere Linotype Maschinen zu besichtigen

Eine Reihe mit Linotype Machinen im „Haus für Industriekultur e.V.“ in Darmstadt

In Darmstadt, ca. 30 Minuten südlich von Frankfurt, in der Nähe des Hauptbahnhof befindet sich das “Haus für Industriekultur”. Es ist die Aussenstelle des Hessischen Landesmuseums in Darmstadt.
Sie können dort 13 Linotype-Maschinen alle restauriert und voll funktionsfähig besichtigen. Es gibt Demonstrationen und auf Wunsch werden auch Bücher gesetzt. Die Druckerei ist im gleichen Haus

Linotype Geburtstag

Matrize der Linotype

Zur Maschine mussten auch die Matrizen entwickelt werden. Und das ist das Besondere. Die Form und die Zahnung der Matrize hat sich nie geändert. Sie lief von der ersten Maschine bis zur letzten in die Magazine und selbst alle Wettbewerbsprodukte verwendeten die gleichen Matrizen und Zahnungen, um so immer austauschbar zu sein. Selbst später beim Übergang auf die anderen Technologien verlangten die Linotype-Kunden, dass die Schrift genauso aussehen sollte, wie die Bleisatzversion. Ein Grund, dass es einige Schriften gibt, bei denen die Roman Version und die Italic und die Bold Version eine gleiche Dickte haben.

Linotype Museum in Schopfheim

Ich war mit Doug Wilson, dem Macher des Linotype Films, in Schopfheim im Linotype Museum.
Vor Erstaunen blieb mir die Sprache weg. Eine so große Anzahl von funktionierenden Linotype Maschinen. Insgesamt stehen dort 48 funktionstüchtige Linotype Maschinen in einem unglaublich guten und sauberen Zustand. Die Museumsgesellschaft Schopfheim bietet in den Räumen einer ehemaligen Schuhfabrik einen Einblick in fast alle Modelle der Linotype. Außerdem sind auch noch Russische und Intertype und Neotype und andere Maschinen zu besichtigen.

Eine Unzahl an Matrizen in den verschiedensten Schriften sowie Ersatzteilen lagert fein säuberlich sortiert in den Schränken.
Das Linotype Paradies für jeden Freund der Technik und Linotype Maschine.
Gerne berichte ich noch mehr darüber später.

Eine der vielen Reihen mit Linotype Maschinen. Hier die Reihe mit den letzten Linotype Modellen. Rechts im Vodergrund ein grüner russicher Nachbau.

Doug Wilson (links) mit dem Sammler der Linotype Maschinen Klaus Max Trefzer. Im Hintergrund eine Linotype Baujahr 1936, die im Krieg abgebrannt war und in der DDR in Erfurt neu aufgearbeitet wurde und dabei den russich grünen Anstrich bekam.

Wer sich in der Gegend des Dreiländerecks Deutschland, Schweiz Frankreich befindet, sollte unbedingt einen Besuch in diesem Museum planen.
Alles Weitere unter http://www.museumsgesellschaft-schopfheim.de/html/linotype.html

Tag der offenen Tür bei Stiftung Buchkunst in Frankfurt

Für Typointeressierte aus Frankfurt und Umgebung  gibts am 29. Mai ab 11 Uhr bei der Stiftung Buchkunst in der Deutschen Bibliothek viel kostenlos zu sehen.

Hier ein Link zum Programm PDF

http://www.d-nb.de/aktuell/pdf/tag-der-offenen-tuer_2011.pdf