Typografie-Liebhaber aufgepasst!

Die Typografie-Szene in Japan hat Zuwachs bekommen.
Vor kurzem ging die Website www.typecache.com an den Start. Die von vier Japanern gegründete englischsprachige Seite soll Trends und Informationen rund um das Thema Typografie in die Welt hinaus tragen. Vor allem Designer, Artdirektoren und Schriftenliebhaber sollen davon profitieren.

Ein weiterer Neuling in der japanischen Typografie-Familie ist das Magazin “Typography”. Die erste Ausgabe ist seit dem 7. Mai erhältlich und schon jetzt ein Kassenschlager. Laut dem Herausgeber Graphic-sha Publishing Co. berichtet “Typography” zweimal im Jahr über die neuesten Typografie-Trends in Japan und dem Rest der Welt und widmet sich somit den Interessen von Designern und Schriftliebhabern.

Ein Blick in die erste Ausgabe macht Lust auf mehr. Neben wundervollen Kustwerken wie “Comedy Carpet” von Gordon Young oder nützlichen Tipps, wie man seine eigenen Schriften erstellen kann, beinhaltet die erste Edition auch einen Artikel über Schriftdesign von Akira Kobayashi, Schriftgestalter bei Linotype. Auch die Schriftfamilie Stevens Titling, die von den beiden Kalligrafen John Stevens und Ryuichi Tateno entwickelt wurde und im Mai 2011 von Linotype veröffentlicht wurde, schaffte es in das Magazin.

Webfonts und ihr Einsatz im Online-Publishing

Zeiten ändern sich – auch im Webdesign. Das DOK-magazin hat das Thema Webfonts in seiner Mai/Juni-Ausgabe aufgegriffen und berichtet über die Geschichte der Schrift auf Websites und dem Unterschied zwischen Self-Hosting und Webfont-Service.

Während Webdesigner und Programmierer bzw. Seiteninhaber früher sicherstellen mussten, dass der Text auf einer Website auch wirklich überall auf der Welt gelesen werden konnte und deshalb auf sehr wenige Schriften angewiesen waren, können sie heute dank Webfonts quasi frei gestalten.

Während das Self-Hosting noch einige Schwierigkeiten mit sich bringt, ist der Webfont-Service bereits ein ausgeklügeltes System. Anbieter wie Monotype Imaging stellen hier ihre Webfonts in unterschiedlichen Formaten auf einem Servernetz zur Verfügung. Verändern sich die Browseranforderungen, sind die Anbeiter für deren Aktualisierung zuständig. Die Fonts werden nur gemietet und oft auch – in kleinerer Auswahl und begrenztem Traffic – kostenlos bereit gestellt. Ein weiterer Vorteil ist die durch den Anbieter abgedeckte Lizenzsicherheit. Jeder Seitenbetreiber muss natürlich für sich selbst entscheiden, was am besten zu ihm passt.

Der komplette Artikel steht unseren Lesern auch als Download zur Verfügung.

Making Good Fonts Better

Zusammen mit der Gesellschaft für Designgeschichte e.V., dem Institut Designlabor Gutenberg und der FH Mainz, veranstaltete das Gutenberg Museum am 4. und 5. Mai das Typo-Symposium “Schrift macht Welten”.
Kann die Wahl einer bestimmten Schrift politische und weltanschauliche Implikationen beinhalten? Können bestimmte Schriftsysteme und Logotypes als Manifestationen von Macht begriffen werden? Namhafte Expertinnen und Experten aus Theorie und Praxis referierten über diese und andere Fragen sowie rund um das Thema Schrift. Neben Johannes Bergerhausen, Albert-Jan Pool und anderen war auch unser Type Director Akira Kobayashi mit unter den Rednern.

Akira überarbeitet Schriften für die Platinum Collection, eine Sammlung exklusivster Schriften aus dem Hause Linotype. Dafür benötigt man viel Sensibilität und ein geschultes Auge, wenn es um die Erkennung von optischen Täuschungen geht. Kobayashi erzählte von einem Restaurantbesuch in seinem Heimatland Japan. Betrachtet der Gast seinen Salat, so scheint dieser genau in der Mitte zu liegen. Sieht man jedoch genauer hin, erkennt man, dass dies nur aus der Perspektive des Gastes so ist. Der Salat ist in Wirklichkeit nicht zentriert und leicht nach vorne gekippt – eine optische Täuschung also. Der Koch hat beim Anrichten die Sicht des Gastes übernommen und genau so muss ein Schriftdesigner die Perspektive des Lesers einnehmen.

“Es gibt viele Gründe, eine Schriftfamilie zu verbessern”, so Kobayashi. Ein gutes Beispiel hierfür ist die Überarbeitung der Optima. Das Kerning war manchmal zu eng und einige wichtige Unterscheidungspaare fehlten. Dies wurde bei der Optima nova verbessert.
Eine weitere Verbesserung ist das OpenType-Format. Im Gegensatz zu PostScript- und TrueType-Fonts unterstützt es Unicode.

Wer am vergangenen Wochenende nicht live dabei war und näheres wissen möchte, kann sich gerne auf www.schrift-macht-welten.de informieren. Die ganze Geschichte zum Thema “Making Good Fonts Better” kann auch in unserer Fonts in Focus 8 und 9 nachgelesen werden.