Vortrag von Dr. Nadine Chahine bei agIdeas

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Im April diesen Jahres hielt die preisgekrönte libanesische Schriftdesignerin Dr. Nadine Chahine im Rahmen der Initiative „Design Matters“ einen Vortrag bei agIdeas in Melbourne. Ihre Präsentation beschäftigte sich damit, welchen Einfluss Politik und Kultur bei der Gestaltung arabischer Schriften ausüben. Sie stellte ihre Arbeit vor, darunter die typografische Neugestaltung der größten libanesischen Tageszeitungen, und argumentierte, dass das politische Geschehen eines Landes das Design stark beeinflussen kann.

Nadine studierte an der amerikanischen Universität Beirut, der Universität Reading in Großbritannien und der Universität Leiden in den Niederlanden. Im Verlauf ihrer beruflichen Laufbahn hat sie sich auf den Entwurf arabischer Schriften spezialisiert und entwarf unter anderem zwei der meistverkauften Schriften, Frutiger Arabic und Palatino Sans Arabic. Die Zeitschrift Fast Company wählte sie für das Jahr 2012 unter die „100 Most Creative People in Business“.

Sie arbeitet im Büro von Monotype (ehemals Linotype) in Bad Homburg und leitet dort arabische Projekte. Das Thema ihrer Doktorarbeit, ein Thema, mit dem sie sich seit dem Anfang ihrer Designkarriere befasst, ist die Lesbarkeit arabischer Schriften.

Zurück zu ihrem Vortrag bei agIdeas – Nadine beschäftigt sich dort mit der Frage, was moderne arabische Typografie heute ist und wie sich diese im Hinblick neuer technologischer Freiheiten entwickeln sollte. Sollten Schriften zu den Wurzeln traditioneller und komplizierter kalligrafischer Stile zurückkehren oder bei den zeitgenössischen einfacheren Entwürfen bleiben?

Nadines Lesbarkeitsstudien haben gezeigt, dass die Komplexität der Gestaltung die Lesbarkeit arabischer Schriften verringert. Jedoch bergen kalligrafische Formen viel Schönheit in sich, und es gibt nach wie vor einen Platz für diese Ebene der Komplexität. Aber auch die Einfachheit der Form bringt Schönheit hervor, und ein Beispiel hierfür sind die Schriften, die für die Zeitung An-Nahar entwickelt wurden: schlicht, schwungvoll und plastisch.

Die Schrift soll Stärke symbolisieren und eine starke, tiefgreifende Wirkung erzielen. Das Design war eine Erklärung im Namen der Meinungsfreiheit und der Freiheit der Rede, die trotz oder vielleicht gerade wegen der politischen Lage im Libanon, existieren müssen.

Nadine ist der Ansicht, dass Schriftgestaltung nicht von der Realität, die sie umgibt, losgelöst werden kann und dass man, um für eine gewisse Kultur gestalten zu können, den größeren Kontext, in dem Schriften zum Leben erwachen, verstehen und analysieren muss.

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Die Agmena von Jovica Veljović –

eine variantenreiche Buchschrift

Die Agmena wurde 2012 von Jovica Veljović, einem serbischen Schriftdesigner, der heute in Hamburg lebt, als Buchschrift entworfen. Auch wenn sie durch kein konkretes Vorbild entstanden ist, erinnert ihre Gestaltung an die Renaissance-Antiqua. Veljović selbst sagt, er habe einzig das Ziel vor Augen gehabt, eine neue Buchschrift zu gestalten, die auch bei kleinsten Schriftgraden gut lesbar ist. Dies wird beispielsweise möglich durch große x-Höhen und große Punzen sowie durch klare, offene Formen der Buchstaben.
Insgesamt zeichnet sich die Agmena aber besonders durch ihre zahlreichen Details aus. Zu sehen an den unterschiedlichen Strichansätzen des „b“, „d“ und „h“, Variationen in Form und Länge der Serifen oder auch an den kreisförmigen Punkten des „i“ und „j“. Bei den Satzzeichen kommt die für eine Federschrift typische Rautenform zum Einsatz. Diese Details werden besonders bei großen Schriftgraden deutlich, verleihen aber auch den kleinen Graden einen lebendigen, poetischen Charakter.

Die Agmena ist in Book, Regular, Semibold und Bold erhältlich und verfügt in allen Schnitten über den passenden Italic-Schnitt. Zudem besitzt sie ein großes Angebot an Zeichen – alle Schnitte verfügen über Kapitälchen, unterschiedliche Ziffernsätze, alternative Buchstaben und Ornamente. Außerdem gibt es neben dem lateinischen Alphabet eine Auswahl an kyrillischen und griechischen Buchstaben.

Weitere Informationen zur Agmena, Skizzen, Entwürfe und Anwendungsbeispiele sind auf Linotype.com zu finden.

Ein Interview mit Jovica Veljović bietet weitere Hintergrundinformationen zum Designer und seiner neuen Schrift.

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Für alle Film- und Typofans:
Schriften auf Plakaten aktueller Kinofilme

Für alle Film- und Schriftinteressierten befindet sich auf Linotype.com die Rubrik „Movie Fonts”. Passend dazu gibt es nun einen ausführlichen Beitrag zu den auf Filmplakaten verwendeten Schriften aktueller Kinofilme. Dabei wurde recherchiert, welche Schriften den auf den Werbeplakaten eingesetzten Schriften ähnlich sehen oder ihnen entsprechen.

Dadurch lernt man spielerisch nicht nur etwas über die aktuelle Filmszene, sondern erfährt auch mehr über die Verwendung von Schriften, sowie eine historische Einordnung derselben.

Gibt es Schriften, die in bestimmten Filmgenres besonders gerne benutzt werden? Wenn ja, welche Art von Schriften sollen womöglich welche Wirkung auf uns ausüben? Und funktionieren die Schriften in ihrer Wirkung auf uns überhaupt? Gehen Sie auf eine typografische Erkundungstour durch die aktuelle Filmszene.

Hier finden Sie eine Liste aktueller Kinofilme und ihre Plakatschriften.

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Humanistisches Schriftbild meets
technisches Flair – die Yalta Sans

Mit der Yalta Sans hat Schriftdesigner Stefan Claudius die Verknüpfung zwischen einer humanistischen Schrift und einer Square Sans geschaffen. Letztere bringt einen technischen Charakter mit sich, der in Zusammenkunft mit einem humanistischen Schriftbild eine gute Lesbarkeit mit sich bringt.
Die Groteske ist in acht Schnitten erhältlich und reicht von Thin bis Black. Besonders auffällig sind die dynamischen Aspekte der Schrift, die einem zu formalen Aussehen entgegenwirken. Dies sind beispielsweise die konischen Abschlüsse des „b“ und „d“, sowie die Rundung am Fuße des „l“. Zudem die zahlreichen abgeschrägten Linienenden, die fast einen kalligrafischen Charakter entstehen lassen, sowie die abgerundeten Punkte.
Besonders dem Italic-Schnitt hat sich der gebürtige Essener gewidmet. Denn hier hat er gleich zwei Sätze an Versalien entworfen und orientiert sich stärker an der echten Kursiven einer Antiqua als an einer Grotesken. So wechselt das „a“ beispielsweise in eine geschlossene Form und das „f“ erhält eine Unterlänge. Durch die Betonung der Waagrechten und die subtilen Kontraste der Strichstärken eignet sich die Yalta Sans für zahlreiche Anwendungen, auch in kleinen Schriftgraden, im Text- und im Displaybereich.

Hier finden Sie weitere ausführliche Informationen über die Yalta Sans.

Lesen Sie auch das Interview mit Stefan Claudius.

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Ein spannender Artikel über
William Caslon erinnert an Londons
ersten großen Schriftentwerfer

In dem vorgestellten Artikel beschäftigt sich der Autor mit dem Lebensweg Caslons, der seine Karriere als Graveur begann und 1727, im Alter von 35 Jahren, seine eigene Schriftgießerei in London gründete. Dort vertrieb er auch seine gleichnamige Schrift Caslon. Diese war für England eine kleine Revolution, denn bislang hatte man sich sehr wenig mit Schriften und Schriftgießerei beschäftigt und importierte die meisten Schriften aus dem Ausland.

Die Caslon wurde so berühmt, dass sie von Benjamin Franklin sogar für den Druck der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung und der amerikanischen Verfassung ausgewählt wurde.

Den ausführlichen Artikel über William Caslons Leben finden Sie hier

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Das Buch „Mr. Typo & der Schatz der Gestaltung“ erklärt uns die Welt der Buchstaben

Der Titel „Mr. Typo & der Schatz der Gestaltung“ lässt vermuten: hier handelt es sich um ein Kinderbuch. Doch weit gefehlt.
Es ist eher ein Bilderbuch für Erwachsene – ein Typo-Comic. Für Laien und Profis, die mehr über die Welt der Typografie erfahren möchten und dies auf vergnügliche Art und Weise vermittelt. Und genau das schafft der italienische Schrift- und Grafikdesigner Alessio Leonardi mit seinem Buch auch – ganz unverkrampft und humorvoll, aber gleichzeitig informativ.
Auf knapp 100 Seiten durchlaufen der Protagonist Mr. Typo, sein Hund Monsieur Chien und eine Maus die Geschichte der Typografie und lernen alles über Formen und Aufbau von Buchstaben kennen. Und so lernt auch der Leser ganz unbedarft schnell mehr über die Grundlagen von Schriften. Wie stark beeinflussen uns Schriften? Wie ist ein Buchstabe aufgebaut? Und welche Begriffe sind die richtigen und wichtigen? Dank des unterhaltsamen und gleichzeitig informativen Charakters des Buches bekommt man Fragen wie diese spielerisch beantwortet und lernt, ohne es zu merken.

Das Buch kann beim Hermann Schmidt-Verlag Mainz bestellt werden.

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Über 500 hochwertige japanische Fonts
ab sofort auf Linotype.com verfügbar

Viele dieser neu in das Schriften-Portfolio von Monotype integrierte Designs sind erstmals außerhalb Japans verfügbar und stammen von den bedeutenden japanischen Schriftenanbietern Iwata, JiyuKobo, Motoya, Ricoh und Type Project.

Die neu in den Webshop integrierten Schriften sind als Deskop-Fonts und Webfonts erhältlich sowie für mobile Anwendungen, elektronische Publikationen und webbasierte Dienste, desweiteren für OEMs und Entwickler von Consumer-Geräten.

Die hochwertige, zuverlässig mehrsprachige Schriftenkollektion deckt eine große Bandbreite von Stilen ab, darunter klassische Mincho- und Gothic-Designs in verschiedenen Strichstärken sowie Pinsel- und Deko-Stile. Die Schriften wurden für eine optimale Lesbarkeit sowohl für Bildschirme als auch für Print-Materialien entwickelt. Und einige der Schriften sind auch als „Universal Design“ (DU) ausgelegt und verfügen über vereinfachte Formen und weitere Details für eine möglichst klare Darstellung auf elektronischen Displays.

Hier finden Sie die neuen japanischen Schriften von

Iwata: http://www.linotype.com/search/iwata

JiyuKobo: http://www.linotype.com/search/JiyuKobo

Motoya: http://www.linotype.com/search/motoya

Ricoh: http://www.linotype.com/search/ricoh

Type Project: http://www.linotype.com/search/TypeProject

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Evolution Typografie: das Spiel „Type:Rider“ sorgt für das nötige Know-how

Von den ersten Felsenzeichen über Gutenbergs revolutionären Schriftdrucke bis hin zur heutigen Pixelschrift – mit der App Type:Rider lernt man spielerisch, wie aus Zeichen Schriften wurden. Verschiedene Epochen der Typografie werden in dem Jump’n Run-Spiel durchlaufen und über Geschick und Bewegung – es werden Hürden übersprungen, Tore geöffnet, Räume durchlaufen – werden Informationen „frei“ gespielt. Ausgangspunkt sind zwei Punkte, mit denen man sich durch die Spielewelt bewegt. Auf der Suche nach dem dritten Punkt werden Informationen beispielsweise darüber gegeben, wann diese und jene Schrift entstanden ist und was sie charakterisiert. Jedes Level ist Teil eines Kapitels und es entsteht schließlich ein ganzes Buch, dass man durchspielt.

Zu kaufen gibt es Type:Rider für 2,69 Euro für iOS und Android in insgesamt fünf Sprachen. Da der Spieleentwickler Bulkypix das Spiel in Kooperation mit Arte herausgebracht hat, kann man es auf der Internetseite von Arte in den ersten fünf Levels kostenfrei am Computer spielen.

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eText-Fonts für optimale Schriftqualität auf dem Bildschirm

Ob für Smartphones, Tabletts oder eReader – mit den eText-Fonts werden Schriften dem Bildschirmen optimal wiedergegeben. Denn bislang war es oft mühsam, auf kleinen Bildschirmen ein angenehmes Lesebild zu erhalten. Deshalb werden die Schriften so optimiert, dass der Lesevorgang bei kleinen Schriftgraden nicht mehr als anstrengend oder ermüdend empfunden wird, sondern ein angenehmes Schriftbild gewährleistet wird.
Geschafft wird dies durch das sogenannte Hinting – ein Prozess, der Informationen darüber liefert, welche Pixelanzahl jeder Buchstabe für die optimale Darstellung auf niedrigauflösenden Bildschirmen haben muss. Darüber hinaus wurden manuell Strichstärken deutlicher hervorgehoben oder auch x-Höhen leicht korrigiert. Öffnungen, wie sie z. B. bei C, c, e, S, s, g, etc., auftreten, werden leicht verstärkt, so dass die Buchstaben auch in kleinen Größen nicht ihren Charakter verlieren. Viele Schriften, darunter auch zahlreiche Klassiker, kann man schon als eText-Fonts beziehen und es werden ständig neue Schriften veröffentlicht.

Weitere Informationen zu diesem Thema und ein Auflistung der bei uns erhältlichen eText-Fonts sind hier zu finden.

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„Scribe“, das neue Buch von John Stevens

In seinem Buch „Scribe: Artist of the Written Word“ präsentiert der amerikanische Schriftkünstler John Stevens seine wichtigsten typografischen Werke. 264 Seiten beschäftigen sich mit seinen Arbeiten rund um Kalligrafie und Buchstabendesign. Er gewährt dem Leser Einsicht in  Ideenfindung und Arbeitsweise seiner geschwungenen Wortbilder – ob persönliche, künstlerische oder im Auftrag entstandene Werke.
Hier finden Sie weitere Informationen zu John Stevens und sein Buch.

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